Im Projekt “Die Stille Post der Freiheit” geht es um das Beobachten, wie sich Informationen verändern, indem sie auf unterschiedlichen sensorischen Kanälen weitergegeben werden. Wie beim bekannten Spiel “Stille Post” geht es im Projekt darum, dass anfangs ein Input gegeben wird, indem eine Lehrkraft ein einzelnes Wort an die Tafel schreibt. Dieses Wort wird dann weitergegeben an zuvor nicht informierte SchülerInnen – nicht mehr verbal, sondern bildnerisch, musikalisch, pantomimisch. Die letzte Informationsweitergabe soll wieder als Ergebnis ein einzelnes Wort erbringen. Jede Informationsweitergabe kann digital erfolgen (was zu ca. 50% im Projekt auch der Fall war). Eine der sich hintergründig stellenden Fragen sind, ob das ursprüngliche Wort (“Freiheit”) auch als Ergebnis der kreativen “Stillen Post” letztlich wieder auftauchen wird – wie weit sich der ursprüngliche Informationsgehalt unterwegs kreativ verändert hat – wie die kreative (teils emotionale) gegenseitige Beeinflussung unter den Gruppen sich unterscheidet, je nachdem ob es um eine persönlichen Mitteilung oder aber um Informationsweitergabe auf digitalem Weg (mittels Kamera, Lautsprecher usw.) geht. Die emotionale Beeinflussung (für welche sich die kreativen Verarbeitungsweisen Zeichnen, Musikmachen, Tanz usw. besonders eignen) auf digitalisierten Kommunikationskanälen wirft interessante neue Fragen auf. Ziel der Projektarbeit ist nicht automatisch, dass am Ende unbedingt das ursprüngliche Wort (“Freiheit”) wieder erreicht werden müsse – es gibt kein “richtiges” oder “falsches” Endergebnis – sondern auch die fantasievolle Verwandlung von Inhalten kann besonders aufschlussreich sein. Das Projekt wird fertiggestellt, indem den beteiligten SchülerInnen die gefilmte Projektdokumentation vorgeführt wird, und sie ihre Rolle einschätzen und den Verlauf des Projekts diskutieren können (jedenfalls im Rahmen der projektbeteiligten Unterrichtsfächer Deutsch, Bildnerische Erziehung, Musik, Film und Bühne).